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Expanded Fields
27 JUNI - 27 SEPT 2026

TRADIcTION Konzept Agenda Medien Info ERDE/N 2025
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Hanes Sturzenegger

*1992, lebt und arbeitet in Lichtensteig

Hanes Sturzenegger, Mondmost, 2026, Installation und Performance, Fotos: Michel Gilgen

Hanes Sturzenegger beschäftigt sich in seiner künstlerischen Praxis mit Fragen rund um Natur, Umwelt und Ressourcennutzung sowie mit der Herstellung und kulturellen Bedeutung von Nahrungsmitteln. Seine langfristig angelegten, prozesshaften Arbeiten entstehen häufig in Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Kollaborateur:innen und schaffen Räume, in denen Vielfalt, Koexistenz und Unvorhersehbarkeit erfahrbar werden.

Für Expanded Fields richtet Sturzenegger seinen Blick auf die Obstgärten von Martin Blum, deren alte Hochstammbäume artenreiche Lebensräume und Träger komplexer mikrobieller Ökosysteme sind. Im Zentrum des Projekts steht die Untersuchung des Mikrobioms dieser Bäume und dessen Potenzial für die Herstellung eines sogenannten „Mondmosts“. Ausgangspunkt bildet pasteurisierter Süssmost, der durch die Exposition gegenüber den Obstbäumen und ihrer Umgebung erneut mikrobiell belebt und in einen Fermentationsprozess überführt wird. In eigens gefertigten Keramikschalen werden über verschiedene Jahreszeiten Hefen und Bakterien aus den Obstbäumen gesammelt und anschliessend in Mostballons überführt. Die Bäume werden dabei nicht nur als Produzent:innen von Früchten verstanden, sondern als Teil vielschichtiger Beziehungsnetzwerke mit ihrer Umgebung, deren saisonale mikrobiologische Veränderungen in den Most einfliessen und geschmackliche Eigenheiten hervorbringen. Mondmost wird sowohl installativ präsentiert als auch degustierbar gemacht.

Zwischen künstlerischer Forschung, Kulinarik und ökologischer Praxis eröffnet die Arbeit einen Perspektivwechsel: Sie denkt Natur nicht allein aus menschlicher Sicht, sondern als vielschichtiges Beziehungsgeflecht zwischen Mikroorganismen, Pflanzen, Materialien, Zeit und Wissen. Traditionelle Praktiken des Mostens treffen dabei auf mikrobiologische Prozesse, multisensorische Erfahrung und spekulative Zukunftsentwürfe. So entsteht ein poetischer und zugleich experimenteller Zugang zu Landwirtschaft, Fermentation und Formen des Zusammenlebens jenseits rein ökonomischer Logiken.

 

 

 

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