Séverin Guelpa
*1974, lebt in Genf, CH
SOUFFLE #2, 2026, Performance, aufgeführt am 27. Juni, mit den Sängerinnen Grete Einsiedler, Amélis Falus, Chiara Schönfeld, Myra Hochreutener und Miriam Wipfli; Fotos: Michel Gilgen
Song for a Time in Suspension, 2026, Mehrkanal-Klanginstallation, Stahl, Gurte, Klangsystem, Loop, Klangkomposition: Varoujan Chetirian; Fotos: Michel Gilgen
Séverin Guelpa arbeitet mit den Materialien, Kräften und Energien von Territorien. Im Fokus stehen Landschaften im ökologischen, sozialen und ökonomischen Wandel sowie das darin verankerte kollektive Wissen. Auf der Froh Ussicht verbindet er Land und Bevölkerung und untersucht Formen der Zusammenarbeit. Für sein Projekt 2025 entwickelte er die Werkreihe Standing Rocks: drei grossformatige Skulpturen aus Sandstein und Stampflehm. Inspiriert vom indigenen Widerstand in North Dakota thematisieren sie den Umgang mit Land und Ressourcen. Materialien aus einem lokalen Steinbruch treffen auf Stampflehm-Techniken, die in Zusammenarbeit mit einer lokalen Community umgesetzt wurden. Spiegel brechen die Umgebung und verwischen die Grenzen zwischen Skulptur und Landschaft. Die Installation fragt, wie Gemeinschaft aus Territorium entsteht und wie sich Materie, Geschichte und Kultur gegenseitig spiegeln.
Diese Verbindung von Material, Landschaft und Erinnerung setzt sich in der Klanginstallation Song for a Time in Suspension fort. Die von der Dachkonstruktion der Scheune hängenden Stahlrohre verwandeln den Raum in ein polyphones Klangfeld. Einige übertragen Klänge, die aus der Erde, ihren Bewegungen und seismischen Energien hervorgehen; andere tragen die Stimmen von Sängerinnen aus der Region Samstagern. Zwischen natürlichen Kräften und menschlicher Präsenz entsteht eine fragile akustische Landschaft – im Rhythmus der Erde und ihrer Jahreszeiten.
Zur Vernissage wird die Live-Performance Souffle #2 mit Sängerinnen aus der Region aufgeführt: Die Rohre werden zu Resonanzkörpern und bilden einen Ort des Zuhörens, der Wahrnehmung und der Verbindung mit den unsichtbaren Dynamiken von Landschaft und Material.
Performance am 27. Juni, 17 Uhr, mit den Sängerinnen Grete Einsiedler, Amélis Falus, Chiara Schönfeld, Myra Hochreutener und Miriam Wipfli; Klangkomposition von Varoujan Chetirian